Hans-Jörg Denkler
Veröffentlicht: 25.07.2020 -
Remscheider General-Anzeiger
Veröffentlicht: 25.07.2020 -
Remscheider General-Anzeiger
25. Jahresgedächtnis
Hans-Jörg Denkler
gestorben am 25. Juli 1995
Lieber Papa,
heute schreibe ich Dir mal. Und weil das so besonders
ist, dass ich Dir schreibe, anstatt Dich wie sonst einfach
anzusprechen, steht das sogar in der Zeitung.
25 Jahre ist es nun her, dass Du mich in dieser Welt
zurückgelassen hast. In der Zeit habe ich studiert,
geheiratet, eine eigene Existenz aufgebaut. Ich habe
Träume geträumt, vergessen, aufgeben müssen und
neue gewonnen und weiß, wie ich sie erreichen
kann und werde. Aber ich weiß auch, dass der größte
Wunsch, den ich habe, niemals in Erfüllung gehen
wird: ein weiterer Tag mit Dir. Ein weiteres, langes
Gespräch mit Dir. Einmal noch Deine unerschütterliche
Zuversicht und Souveränität erleben und selbst daran
zu erstarken.
Lieber Papa, ich hätte Dich nie so dringend gebraucht
wie heute. Aber Du bist nicht hier und redest mir gut zu.
Ich kann also nur hoffen und vielleicht annehmen, was
Du raten würdest, und es dann so machen. Bis jetzt hat
das immer gut geklappt, weswegen ich auch ein wenig
glaube, dass Du doch irgendwie Deine Finger im Spiel
hast. Ich weiß, dass ich das eines Tages herausfinden
werde. Bis dahin glaube ich weiter, hoffe ich weiter.
Und vermisse Dich jeden einzelnen Tag.
Sei bei uns.
Dein Junior.
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