Hans-Jörg Denkler

This was published in the following publications on 09.08.2025:
Remscheider General-Anzeiger

<p>30. JAHRESGEDÄCHTNIS</p><p>Hans-Jörg Denkler<br />Gestorben am 25. Juli 1995<br />Lieber Papa!<br />Es ist ein paar Tage und dreißig Jahre her, da stand ich unter einer kalten Krankenhauszimmertür auf dem Weg nach draußen. Freunde haben mich nach Bayern eingeladen<br />nach dem Abitur. Ich hatte Deinen Segen zu fahren. Ein „Auf bald, Papa“ hing noch in der<br />Luft, als ich mich umdrehte und Dich nochmal anschaute: Deine Augen geschlossen,<br />Dein Geist vom Morphin umhüllt, hobst Du plötzlich die Hand zum Abschied. Das war das<br />letzte Mal, dass ich Dich sah.<br />Unzählige Male habe ich seither daran gedacht, wie sehr ich mir jetzt Deine Anwesenheit<br />wünschen würde. Wie oft wurde ich nachts mit Sorgen wach und hätte nichts sehnlicher<br />getan, als aus meinem Zimmer zu laufen, zu Dir und Dich sagen hören, dass alles gut wird.<br />Wie sehr hätte ich diese Zuversicht gebraucht, während der unglücklichen Beziehung,<br />den harten Jahren der Selbstständigkeit, den vielen Malen der Unsicherheit und<br />Ratlosigkeit.<br />Wie gerne hätte ich mit Dir meine eigene Apotheke aufgeschlossen. Wie gerne hätte<br />ich Dir Deine Enkeltochter in den Arm gelegt. Wie gerne hätte ich Dir meine wundervolle<br />Ehefrau vorgestellt, so dass Du sicher weißt: ich bin in guten Händen.<br />Mein Papa, Deine zum Abschied erhobene Hand – ich glaube fest daran, dass ich sie noch<br />einmal sehen werde. Dann jedoch zum Gruß erhoben, mit lächelndem Gesicht. Und ich<br />hoffe sehr, dass dann Deine ersten Worte ein „Gut gemacht, Junior“ sein werden.<br />Ich habe Dich sehr lieb, Papa</p><p>Dein Henning</p>

30. JAHRESGEDÄCHTNIS

Hans-Jörg Denkler
Gestorben am 25. Juli 1995
Lieber Papa!
Es ist ein paar Tage und dreißig Jahre her, da stand ich unter einer kalten Krankenhauszimmertür auf dem Weg nach draußen. Freunde haben mich nach Bayern eingeladen
nach dem Abitur. Ich hatte Deinen Segen zu fahren. Ein „Auf bald, Papa“ hing noch in der
Luft, als ich mich umdrehte und Dich nochmal anschaute: Deine Augen geschlossen,
Dein Geist vom Morphin umhüllt, hobst Du plötzlich die Hand zum Abschied. Das war das
letzte Mal, dass ich Dich sah.
Unzählige Male habe ich seither daran gedacht, wie sehr ich mir jetzt Deine Anwesenheit
wünschen würde. Wie oft wurde ich nachts mit Sorgen wach und hätte nichts sehnlicher
getan, als aus meinem Zimmer zu laufen, zu Dir und Dich sagen hören, dass alles gut wird.
Wie sehr hätte ich diese Zuversicht gebraucht, während der unglücklichen Beziehung,
den harten Jahren der Selbstständigkeit, den vielen Malen der Unsicherheit und
Ratlosigkeit.
Wie gerne hätte ich mit Dir meine eigene Apotheke aufgeschlossen. Wie gerne hätte
ich Dir Deine Enkeltochter in den Arm gelegt. Wie gerne hätte ich Dir meine wundervolle
Ehefrau vorgestellt, so dass Du sicher weißt: ich bin in guten Händen.
Mein Papa, Deine zum Abschied erhobene Hand – ich glaube fest daran, dass ich sie noch
einmal sehen werde. Dann jedoch zum Gruß erhoben, mit lächelndem Gesicht. Und ich
hoffe sehr, dass dann Deine ersten Worte ein „Gut gemacht, Junior“ sein werden.
Ich habe Dich sehr lieb, Papa

Dein Henning

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